Das schreiben die anderen


Andere sind prominenter: Ronald Galenza wurde später Musikjournalist und gilt als renommiertester Aufarbeiter der ostdeutschen Popgeschichte.

Thomas Winkler, in „Fluter“



Manche kündigten neue Sendungen schon auf dem alten Sender an. Wieder andere konnten nicht mehr schlafen. Ronald Galenza zum Beispiel, der Indie-Freak von DT 64, wachte so lange, bis er beim Rockradio B zuschlug. „Ich konnte diese beschissene Ungewissheit einfach nicht mehr ertragen.“

Alexander Osang: in „Aufsteiger – Absteiger“

Ch. Links Verlag, Berlin


Mit unserem sich Ende der 80er ausbreitenden Individualismus suchten wir nach New-Wave- und Punkbands, die keiner kannte, weil uns das zu Checkern und Auskennern machte, und passenderweise fiel 1989 endlich diese beknackte Mauer. Den Soundtrack für die folgende Zeit des Umbruchs lieferte mir Ronald Galenza in seiner Sendung "Sonntagspätvorstellung" auf DT64. Seine Playlisten wurden zu Einkaufszetteln in West-Berliner Plattenläden.

 

Sascha Lange, Autor

 



Mir half, dass Rockmusik, als ich darüber zu schreiben begann, staatlicherseits längst den Stempel der Unbedenklichkeit bekommen hatte. Freilich nicht alle, wie die Kollegen bezeugen können, die sich mit den „anderen bands“ befaßten. Jürgen Winkler zum Beispiel, oder Lutz Schramm und Ronald Galenza. Ich schrieb nicht über Post Punk, World Music, Rap, Metal, so wichtig das alles ist.

Christoph Dieckmann: in „My Generation“

Ch. Links Verlag, Berlin


 

Ich hatte keine Verwandtschaft im Osten. Ein paar flüchtige Bekannte, etwa Kassiber-Korrespondenten des Kölner Musikmagazins Spex. Und die hatten, wie der DJ Ronald Galenza oder der Kunsthistoriker Christoph Tannert, beste musikalische und künstlerische Netzwerke.

Markus Schneider, in „Berliner Zeitung“


Kaum jemand kennt die DDR-Kassettenszene besser als Ronald Galenza. Er taucht in Filmen auf, zum Beispiel in "Elektrokohle. (Von Wegen)" und er betreibt die großartige Internetseite www.beat-poet.de. Das klingt alles nach einem "geraden Weg", doch der war steiniger als vermutet.

Jan Drees in "Kassettendeck - Soundtrack einer Generation" (Eichborn)




Revolutionäre alten und neuen Typs! Der Berliner Radiomoderator und Diaschnipsel-Spezialist Jürgen Kuttner veranstaltet zusammen mit seinem Radiokollegen Ronald Galenza einen Salon mit vermischten Intellektuellen zwischen 30 und 50. Manchmal sind auch Leute aus der eher linksökologischen Zukunftsabteilung von Mercedes dabei. Dann trinkt man ein paar Bier und bespricht die Dinge, die grade anstehen.

Detlef Kuhlbrodt, in “taz“



Zu mir nahmen verschiedene Leute aus der Kunst-Indie-Szene Kontakt auf. Am natürlichsten ging das mit dem Team des Jugendklubs auf der "Insel der Jugend". Auf der Insel fanden sich einige Leute zusammen, die neben dem allgemeinen Unmut darüber, daß sonntags nichts los war, auch einen eigenen Musikgeschmack hatten. Es war vor allem das Projekt inspiriert von den Musikfans Ebi Fischel und Ronald Galenza. Die beiden nahmen bereits im  März 1986  Kontakt zu mir auf. Wir einigten uns schnell auf gegenseitige Unterstützung.

Lutz Schramm: in "Sonderstufe mit Konzertberechtigung"  in "DT 64 - Das Buch zum Jugendradio 1964 - 1993"

 

Da bin ich aber sehr angenehm überrascht, das es doch noch Leute wie Galenza gibt, die sich nicht darum scheren, was der allgemeine Trend so vorgibt und tatsächlich eine eigene Meinung mit fundiertem Hintergrundwissen kundtun. Ein echt gelungener Text der sofort in meinen Fundus wandert. Ronald ich find Dich klasse.

Ulli Putsch (Schlagzeuger der Band Syph)

 

Was ist Musik? Klaus Walter präsentiert den deutschen Herbst Teil 2: Zonic Affairs mit Alexander Pehlemann. ‘Kulturelle Randstandsblicke und Involvierungsmomente’ – mit diesem bewußt sperrigen Untertitel kommt das Zonic Magazin nun schon seit einigen Jahren daher. Zwar schreiben Schlüsselfiguren des DDR-Untergrunds regelmäßig für Zonic, Ronald Galenza oder Bert Papenfuß etwa, aber Zonic bedient damit keine Ostalgiker. Das Themenspektrum reicht von Drum´n´ Bass für Titos Waisen über Aleister Crowley und Lauria Anderson bis Bobby Konders, Sybille Berg und Thomas Brasch. Open minded, sagt man da wohl.

Klaus Walter, Autor & DJ


... In dieser Zeit wurde gerade Rockradio B gegründet, wo zehn Kollegen von DT 64 weitermachten. Und die haben händeringend Wort-Journalisten gesucht. Am zweiten Weihnachtstag 1992 hing dann ein Zettel von Ronny Galenza bei mir an der Tür, ob ich nicht Lust hätte, beim Radio anzufangen. Ich dachte, davon hab ich keine Ahnung, das könnte ganz interessant werden.

Jürgen Kuttner

aus:"Sprechen kann helfen - Kuttner"

In: "An, laut, stark: Fritz - Das Buch zum Radio"

(Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 2003)



Befreit von staatlicher Bevormundung, gingen die DT 64-Redakteure mit großem Idealismus ans Werk. Abends kamen Spezialsendungen für verschiedenste Musikrichtungen, auch für mich war eine dabei. Ronald Galenza moderierte ab Anfang 1990 die zweistündige "Spätvorstellung". Er spielte tonnenweise neue Sachen vor allem aus England, die mich zum einen an meine damalige Indie-Lieblingsbands wie Cocteau Twins oder The Smiths erinnerten, andererseits aber auch an einheimische Combos wie Die Vision. Besonders 1991 überhäufte mich "Electric Galenza" mit neuen, guten Platten. Alles Sachen, von denen ich noch nie gehört hatte, die aber genau meinen Geschmack trafen. Es war echt verrückt. Gut ein Viertel meiner Platten- und CD-Sammlung von heute läßt sich auf Galenzas Empfehlungen zurückführen.

Sascha Lange: in "DJ Westradio"

Aufbau-Verlag


Ronald Galenza [Berlin] is joint publisher of numerous books about the Underground music scene of the GDR. He's been working as a journalist, DJ, radio presenter and musician (with Jähzorn) since the mid-80s, but he has also been busy writing his own poetry and texts. On this occasion he read from a story that tells the adventures of the East German underground band Der demokratische Konsum. Another entertaining bit of work that will hopefully be published sooner rather than later.

Karendeluxe, Karen Wendland, Bristol, U.K.

 

Dem interessierten Leser möchte man noch die beiden, ebenfalls von Galenza veröffentlichten Bücher "Wir wollen immer artig sein" (zu DDR-Underground allgemein) sowie "Mix mir einen Drink" (zu Feeling B) empfehlen, die "Spannung. Leistung. Widerstand" zu einer Quasi-Trilogie umfassend erweitert. Gerade ersteres ist für das Verständnis einiger Zusammenhänge und aufgrund etlicher Querverweise den Kauf wert.

Sascha Neumann